Rassistisches Virus, alltägliche Misandrie und fragliche Immunität – COVID-19 update

An COVID-19 sterben seit Wochen deutlich mehr Männer als Frauen. Allein im Vereinigten Königreich ist das Verhältnis 3:1, auf drei gestorbene Männer kommt eine gestorbene Frau. Die Spalten der Medien sind voller Sorge über die armen Männer. Die fieberhafte Suche nach den Ursachen dafür, dass Männer so häufig von COVID-19 dahingerafft werden, sie hat begonnen. Aktivisten machen mobil. Wissenschaftler stellen Forschungsanträge um zu klären, was SARS-CoV-2 so männerfeindlich macht.

Das ist natürlich nicht real.
Das ist eine Utopie.

Real ist, dass sich Aktivisten, Gutmenschen, Medien und alle, die gerne den Gravy Train öffentlicher Förderung besteigen würden, seit gestern vor Sorge überschlagen, nicht wegen der Männer, nein, wegen der Schwarzen (und Asiaten in Britannien). “Viele Covid-19-Tote. Afroamerikaner besonders betroffen”, so überschreibt die ARD in einem Beitrag, in dem das übliche Lamento der Benachteiligung von den üblichen Verdächtigen angestimmt wird, denen, die nur darauf gewartet haben, ihren Hut in den Ring zu werfen, um sich dann produzieren zu können, und zwar mit dem Sermon, den sie immer predigen

“Unter Afroamerikanern haben wir mehr Diabetes, hohen Blutdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Krankheiten, die die Menschen verletzlicher machen. […] Das wiederum hat mit Bildung zu tun, in welchen Milieus Menschen leben. Wie eng man wohnt, wo man arbeitet, ob man es sich leisten kann, zum Arzt zu gehen, und ob es ein gut ausgestattetes Krankenhaus in der Nachbarschaft gibt. Bei all diesen Punkten geht es Weißen im Durchschnitt besser als Schwarzen. Das bedeutet auch, dass mehr Weiße zu Hause arbeiten, während Schwarze häufiger mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Viele der Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien haben auch dazu beigetragen.”



Kurz: Schwarze sind fett und haben Diabetes, weil sie ungebildet sind, weil sie ungebildet sind, haben sie kein Geld, um zum Arzt zu gehen. Deshalb sterben sie, und Weißen geht es besser, es sei denn, es sind weiße Europäer in Italien, Spanien, Deutschland oder dem Vereinigten Königreich, dann sterben sie auch, aber das interessiert niemanden und vermutlich wären sie “sowieso” gestorben und außerdem sind sie selber schuld.

Jenseits der Versuche der üblichen Gutmenschen, COVID-19 zum Virtue Signalling zu missbrauchen, gibt es noch die Realität, die sich in den britischen Daten wie folgt darstellt:

Die Abbildung, die wir der Einfachheit halber bei der BBC aufgesammelt haben, benutzt die Daten aus dem ICNARC-Report, den wir hier besprochen haben. Dieselbe Datenquelle enthält auch eine regionale Verteilung der COVID-19 Patienten mit ernsthafter Erkrankung. Am meisten betroffen sind: London, Birmingham, Manchester. Die meisten Asiaten und Schwarzen leben in London, in den Midlands (Birmingham, Manchester), insofern ist fraglich, ob es den Zusammenhang gibt, den die BBC hier durch den Vergleich von COVID-Äpfeln mit Bevölkerungs-Birnen nahelegen will.

Quelle

Die Fraglichkeit wird noch erhöht, wenn man die einzige Studie zu dem politisch unkorrekten Thema in Rechnung stellt, die wir finden konnte. Sie stammt von Guoshuai, Cai, Xiang Cui, Xia Zhu und Jun Zhou, die, wie an den Namen unschwer zu erkennen ist, alle an der University of South California beschäftigt sind, und trägt den Titel “A Hint on the COVID-19 Risk: Population Disparities in Gene Expression of Three Receptors of SARS-CoV“. ScienceFiles Leser wissen: SARS-CoV-2 infiltriert menschliche Zelle mit seinem Spike-Protein, über den ACE2 Rezeptor menschlicher Zellen. Die Autoren haben nun untersucht, von welchen Bevölkerungsgruppen und für welche Merkmale von Menschen Auffälligkeiten bei ACE2-Rezeptoren (im Wesentlichen eine höhere Anzahl) zu finden sind, die den Schluss einer höheren Anfälligkeit für SARS-CoV-2 zulassen. Ergebnis: Rasse: weiß, Alter: alt, Geschlecht: männlich, Raucher: ja. Wieder diese alten weißen Männer, für die sich niemand interessiert, weil man sich mit ihnen weder profilieren, noch ein Heuchelauskommen generieren kann.



Hier noch einmal als Tabelle.


Beunruhigende Nachrichten kommen aus Shanghai, wie gewöhnlich ist eine Studie von Forschern der Fudan-University die Ursache (oder war es der Grund?). Die Forscher haben das Blut von Patienten untersucht, die von dem, was als milde COVID-19-Erkrankung gilt, genesen sind. Da SARS-CoV-2 ein Virus ist, wird erwartet, dass der menschliche Körper Antikörper produziert, die das Virus neutralisieren. Nach erfolgreich überstandener Genesung von COVID-19 sollten deshalb viele Antikörper im Blut der Genesenen nachweisbar sein. In der Theorie. In der Praxis haben die Forscher aus Singapur erschreckend wenig Antikörper gefunden.

“About 30 per cent of patients failed to develop high titers of neutralising antibodies after Covid-19 infection. However, the disease duration of these patients compared to others was similar”.

Die Forscher haben 175 genesene COVID-19 Patienten, vornehmlich handelt es sich dabei um junge Menschen, untersucht. Das Ergebnis ist aus zweierlei Hinsicht erschreckend. Zum einen ist in 30% der Fälle die Zahl der Antikörper so gering, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass nach Erkrankung an COVID-19 eine Immunität gegenüber einer Neuinfektion mit SARS-CoV-2 vorhanden ist. Dies würde erklären, warum sich in letzter Zeit die Berichte häufen, nach denen von COVID-19 Genesene wieder positiv getestet wurden. Zum anderen kommen Pandemien wie die SARS-CoV-2 Pandemie in der Regel in mindestens zwei Wellen. Die zweite Welle der H1N1-Influenza von 1918/19 war viel tödlicher als die erste Welle und hat im Wesentlichen junge Leute dahingerafft. Was bei SARS-CoV-2 noch auf uns zukommt, ist eine Frage, die man mittlerweile fürchten kann oder gar muss.


Weltweit sind mit dem heutigen Tag mehr als 1,5 Millionen Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Insgesamt sind mit Stand heute Nacht 0.00 Uhr GMT 88.455 Menschen an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung verstorben. Die USA haben, wie 1918/19, die meisten positiv Getesteten zu verzeichnen, wohl auch deshalb, weil die chinesischen Zahlen, wie die iranischen Zahlen Fake sind. In Europa ist vor allem die Entwicklung im Vereinigten Königreich, Belgien, Frankreich, neben den Entwicklungen in Spanien und Italien bedenklich.

In Deutschland wird zwischenzeitlich darüber diskutiert, ob die Zählmethode, die das RKI verwendet, ursächlich für die wenigen an COVID-19 Verstorbenen ist oder ob die wenigen Toten tatsächlich gegeben sind. Wir haben vor ein paar Tagen unter Rückgriff auf die bekannte Inkubationszeit und die Dauer zwischen ersten Symptomen, stationärem Aufenthalt und Genesung bzw. Tod eines COVID-19 Patienten die Frage aufgeworfen, ob die deutsche Besonderheit darauf zurückzuführen sein könnte, dass Deutschland im Hinblick auf an COVID-19 Verstorbene Spanien rund zwei Wochen nachfolgt. Die Abbildung, die aus diesen Überlegungen entstanden ist, sieht, ergänzt um die neuesten beiden Zeitpunkte, wie folgt aus:

Nun, was meinen Sie?

Unsere Fortschreibung der positiv Getesteten in verschiedenen Ländern findet sich in der abschließenden Abbildung. Sie zeigt, dass in Österreich und der Schweiz wohl der Gipfel genommen ist, während wir für Deutschland und Spanien keinen Rückgang in der Steigerung der Fallzahlen sehen. Am deutlichsten fällt das Wachstum derzeit im Vereinigten Königreich aus, während Italien ebenfalls den Gipfel der Steigerung der positiv Getesteten genommen zu haben scheinen.



Fakten zu SARS-CoV-2/COVID-19:




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