MERS vergleichbar: Augsburger Pathologen veröffentlichen beunruhigende Ergebnisse

In Deutschland stehen die Zeichen auf Entspannung. Thüringen will alle Beschränkungen, die im Zuge der SARS-CoV-2 Pandemie eingesetzt wurden, aufheben. Demonstranten sind deutschlandweit auf den Straßen, um gegen Mundschutz, organisiertes SARS-CoV-2 Chaos, wie es nur die Kleinfürsterei in Deutschland zu schaffen im Stande ist und die Einschränkung dessen, was sie als ihre Grundrechte ansehen, zu opponieren. Kurz: SARS-CoV-2 ist für viele in Deutschland Vergangenheit.

In anderen Ländern, in Peru, in Brasilien, Mexiko, in Russland oder dem Vereinigte Königreich ist das anders: Hier ist die Pandemie in vollem Gange mit steigenden Fallzahlen wie in den ersten drei genannten Ländern oder fallenden Fallzahlen wie in Russland oder dem Vereinigte Königreich.

Knapp 5,5 Millionen Infizierte weltweit und rund 350.000 Tote als Folge von SARS-CoV-2 weisen das Virus eigentlich als etwas aus, mit dem nicht zu spaßen ist. Hinzukommen Forschungsergebnisse, die Pathologen des Universitätsklinikums Augsburg veröffentlicht haben. Die Ergebnisse legen nahe, dass man besser nicht an COVID-19 erkranken sollte. Um die Ergebnisse zu würdigen, ist es sinnvoll, einen kleinen Ausflug zu machen.



Das bislang tödlichste Coronavirus, das den Sprung von Tieren zu Menschen geschafft hat, ist MERS – Middle Eastern Respiratory Syndrome. Wer sich mit MERS infiziert, hat eine 35%ige Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben. Die Letalität ist erheblich höher als für SARS, wo sie wohl irgendwo unterhalb von 6% liegt – bislang.

Das “Gute”, wenn man so sagen kann, an MERS ist, dass das Coronavirus nicht sonderlich erfolgreich ist, von Mensch zu Mensch übertragen zu werden – ganz im Gegensatz zu SARS-CoV-2. Seit 2012 sind 2.494 Menschen an MERS erkrankt, 858 davon sind gestorben. Die folgende Abbildung ist einem Fact Sheet der WHO entnommen und stellt die Grunddaten für MERS zusammen.

MERS, das hauptsächlich von Kamelen aus seinen Weg zu Menschen antritt, ist entsprechend auf Länder begrenzt, in denen Kamele im Leben etlicher Menschen eine wichtige Rolle spielen. Ausbrüche sind im Wesentlichen auf Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate beschränkt. Das erklärt, warum MERS in westlichen Medien keine Rolle spielt, obwohl MERS in vielem SARS sehr ähnlich ist.

  • Wie SARS, so beginnt auch MERS mit Husten, Fieber und Kurzatmigkeit;
  • Wie SARS, so führt auch MERS in der Regel zu einer Lungenentzündung;
  • Wie von SARS, so wird auch von MERS berichtet, dass es von asymptomatischen Infizierten übertragen werden kann;
  • Im Gegensatz zu SARS, ist MERS nicht leicht übertragbar, sein Ausbruch häufig auf Personen beschränkt, die z.B. als Pfleger, sehr engen Kontakt mit einem Erkrankten haben;

Warum wir das in aller Ausführlichkeit darstellen?
Wegen des letzten Satzes im Beitrag der Augsburger Pathologen, der gerade im Journal der American Medical Association veröffentlicht wurde:

“The pulmonary histologic characteristics of COVID-19 resembled those observed in diseases caused by other Betacoronavirus infections such as severe acute respiratory syndrome and Middle Eastern Respiratory Syndrome.”

Quelle: Science Direct

Diese Aussage, an sich schon beunruhigend, basiert auf 10 Obduktionen, die die Ausgburger Pathologen an 10 Patienten durchgeführt haben, die an COVID-19 verstorben sind. Für ausnahmlos alle dieser Toten konnten die Augsburger nicht nur nachweisen, dass SARS-CoV-2 auch noch nach dem Tod im Rachen der Toten präsent war, sie konnten auch zeigen, dass die Todesursache in einer erheblichen Schädigung der Lungenbläschen bestanden hat. Die Lungenbläschen, das wissen regelmäßige Seher von Dr. John Campbells YouTube Channel, sind kleine, Blumenkohlähnliche, vielleicht auch, für die Säufer unter uns, dem Gescheine von Weintrauben ähnliche Gebilde, in den Lungen, die für den Austausch von Sauerstoff und CO2 mit den Lungenkapilaren verantwortlich sind, CO2 wird durch die Lungenbläschen aus dem Blut entnommen, und gegen Sauerstoff getauscht. Funktioniert dieser Austausch nicht mehr, ist die Sauerstoffversorgung und die CO2-Entsorgung kompromittiert, ein Erstickungstod entsprechend wahrscheinlich.

Vor einiger Zeit haben wir über eine Studie aus der Schweiz berichtet, in der Pathologen der Universität Zürich ihre Ergebnisse der Obduktion und Histologie von drei Patienten diskutiert haben. In allen Fällen konnten die Forscher nachweisen, dass SARS-CoV-2 einen Ganzkörperangriff über das Endothel, die Gefäßbetten auf Organe führt:

“Our findings show that the presence of viral elements within endothelial cells and an accumulation of inflammatory cells, with evidence of endithelial and inflammatory cell death. These findings suggest that SARS-CoV-2 infection facilitates the induction of endotheliitis in several organs as a direct consequence of viral involvement (…) and the host inflammatory response”.

Die Ergebnisse aus Augsburg ergänzen diese Befunde, denn der Austausch von CO2 und Sauerstoff, der in den Lungenbläschen stattfindet, kann nur deshalb stattfinden, weil das Endothel sehr dünn ist. Erfolgt der Angriff von SARS-CoV-2 also vornehmlich über die ACE-2-Rezeptoren, die im Endothel zu finden sind, dann ist das dünne Endothel der Lungenbläschen wohl der erste Ort, an dem ein Virus angreifen wird.



Man kann derartige Ergebnisse natürlich als “Panikmache” vom Tisch wischen, wenn man die Tatsache, dass es ein gefährliches Virus gibt, mit den Reaktionen, die auf dieses Virus bislang getroffen wurden und die – unter der Formulierung “social distancing” bekannt sind – vermengen will. Die Letalität von SARS-CoV-2 besteht jedoch davon unabhängig. Was wäre wohl geschehen, wenn die Letalität von HIV nicht bekannt gemacht worden wäre. Wie viele Menschen wären an AIDS gestorben, ehe es ein Mittel gab, um die Wirkung von HIV im Immunsystem eines Körpers zu unterdrücken? Für einen rationalen Akteur schickt es sich an, auf Grundlage umfassender Informationen Entscheidungen zu treffen und die ganz individuelle Frage, die sich z.B. mit dem Tragen eines Mundschutzes oder sozialer Distanz zu anderen verbindet, lautet: Wie fatal ist es, wenn ich mich mit SARS-CoV-2 infiziere? Ergebnisse wie die aus Augsburg tragen wertvolle Informationen bei, um diese Gefahr einzuschätzen.

Ergebnisse wie die aus Augsburg sind es, die bei uns die Gewissheit haben reifen lassen, dass SARS-CoV-2 etwas ist, womit wir uns lieber nicht infizieren wollen.


Schaller, Tina, Hirschbühl, Klaus, Burkhardt, Katrin, Braun, Georg, Trepel, Martin, Märkl, Bruno & Claus, Rainer (2020). Postmortem Examination of Patients With COVID-19. Journal of the American Medial Association.


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