Eine französische Studie, von der Gautret et al. berichtet haben, wir haben die Studiehier dargestellt, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Kombination von Azithromycin und Hydroxychloroquine zur Behandlung einer Erkrankung an COVID-19 geeignet erscheint. Alle sechs Patienten, die mit beiden Medikamenten behandelt wurden, sind nach maximal 5 Tagen von COVID-19 genesen. Der Dämpfer für das ermutigende Ergebnis ist natürlich die Fallzahl: 6 Patienten sind zu wenig, um mehr als ein ermutigendes Ergebnis daraus ableiten zu können.
Seitdem die Ergebnisse der Studie von Gautret et al. veröffentlicht wurden, gab es zwei weitere, kleinere Studien. In einer chinesische Studie, die eine Grundgesamtheit von 62 Patienten aufzuweisen hat, alle hatten milde Symptome und wurden zufällig der Behandlungs- bzw. der Kontrollgruppe zugewiesen, berichten die Autoren, dass Patienten, die mit Hydroxychloroquine behandelt wurden, schneller genesen seien als die, die nicht mit Hydroxychloroquine behandelt wurden (Chen et al. 2020a). Eine Studie aus Shanghai kommt auf Basis von 30 COVID-19 Patienten mit milden Symptomen zu einem anderen Ergebnis: Nach 7 Tagen testeten 86% der Patienten, die mit Hydroxychloroquine behandelt wurden negativ auf SARS-CoV-2 aber 93% der Kontrollgruppe, die nicht mit Hydroxychloroquine behandelt wurden (Chen et al. 2020). Das legt nahe, dass Hydroxychloroquine keinerlei Wirkung auf den Krankheitsverlauf von COVID-19 hat. Abermals ist das Problem der Studie die Fallzahl, die mit 30 zu gering ist, um viel daraus ableiten zu können.
In dieser Hinsicht überragt die Studie von Joshua Geleris et al. (2020), von der wir nun berichten, alle bisherigen Versuche, die Wirksamkeit von Hydroxychloroquine zur Behandlung von COVID-19 zu belegen.
Die Grunddaten in aller Kürze:
Ort der Untersuchung: Presbyterian Hospital New York
1.376 COVID-19 Patienten;
811 davon mit Hydroxychloroquine behandelt;
565 Patienten als Kontrollgruppe;
Erhebung von sozialstrukturellen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Ethnie sowie von Vorerkrankungen;
Endereignis: Patient wird entweder intubiert oder stirbt (oder beides) wird von 346 Patienten erreicht (davon sind 232 verstorben);
Die Ergebnisse von Geleris et al. basieren somit auf einem großen Sample, können entsprechend eine weitere Geltung beanspruchen als die oben berichteten Ergebnisse aus Frankreich, China oder Singapur.
Für die 1.376 Patienten in ihrem Sample haben die Autoren sogenannte Sterbeanalysen (Cox-Regression) durchgeführt, bei denen im Hinblick auf ein Endereignis (Intubierung / Tod) untersucht wird, ob sich Mitglieder bestimmter Gruppen voneinander unterscheiden. Die Berechnung von Cox-Regressionen hat zudem den Vorteil, dass soziodemographische Merkmale und Ko-Morbiditäten kontrolliert werden können, so dass ausgeschlossen ist, dass die Ergebnisse durch z.B. Alter oder Diabetes verzerrt werden.
Das Ergebnis, zu dem Geleris et al. gelangen, sieht so aus:
Der Kurvenverlauf stellt die Wahrscheinlichkeit dar, durch Tod oder Intubierung aus dem Sample auszuscheiden. Wie man sieht, ist diese Wahrscheinlichkeit für Patienten, die mit Hydroxychloroquine behandelt wurden, etwas höher als für Patienten, die nicht mit Hydroxychloroquine behandelt wurden, indes ist der Unterschied zu gering, um statistisch signifikant zu sein. Tatsächlich hat eine Behandlung mit Hydroxychloroquine keinerlei Effekt auf die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient intubiert wird oder verstirbt. Die Ergebnisse sind auch unter Kontrolle soziodemographischer Merkmale und von Ko-Morbiditäten konstant: Hydroxychloroquine ist bei relativ schwerer COVID-19 Erkrankung wirkungslos.
Die Ergebnisse wurden in New York Presbyterian Hospital – Columbia University Irving Medical Center gewonnen. In diesem Krankenhaus war die Behandlung mit Hydroxychloroquine, nachdem sie zum 30. März durch die US Food and Drug Administration ermöglicht wurde, bei Patienten mit Pneumonie durchgeführt wurden. Nachdem die Ergebnisse der Studie von Geleris et al. bekannt wurden, hat das Krankenhaus die Behandlung mit Hydroxychloroquine gestoppt, weil es keinerlei Nachweis für die Wirksamkeit des Medikaments gibt.
Damit ist der erste Kandidat für die erfolgreiche Behandlung von COVID-19 wohl aus dem Rennen ausgeschieden.
Geleris, Joshua, Sun, Yifei, Platt, Jonathan, Zucker, Jason, Baldwin, Matthew, Hripcsak, George, Labella, Angelena, Manson, Daniel, Kubin, Christine, Barr, Graham, Sobieszczyk, Magdalena & Schluger Neil W. (2020). Observational Study of Hydroxychloroquiine in Hospitalized Patients with COVID-19. New England Journal of Medicine.
Gautret et al. (2020) Hydroxychloroquine and azithromycin as a treatment of COVID‐19: results of an open‐label non‐randomized clinical trial. International Journal of Antimicrobial Agents – In Press 17 March 2020 – DOI : 10.1016/j.ijantimicag.2020.105949
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Ohje.
Dieser Top-Forscher aus Marseille hatte gesagt, dass HCQ am Anfang der Infektion sehr wirksam sei. Wenn die Patienten bereits im Krankenhaus sind oder gar an der Beatmungsmaschine, bringt es nichts bzw. schadet sogar.
Seine Aussage, aus meinem Gedächtnis: Klinische Studien, die bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium ansetzen, die bereits im Krankenhaus sind, werden zeigen, dass HCQ nichts bringt. Das liegt aber am Untersuchungsdesign. Sinngemäß: Man designed die Studien so, dass gezeigt wird, dass HCQ nichts bringt, damit der Weg für Impfungen (Sanofi?) frei gemacht wird.
Er ist deswegen aus dem Beraterkreis um Macron ausgetreten, weil in F genau so die Studie angelegt wurde – man darf vermuten, gegen seinen nachdrücklichen Rat.
Es kann sein, dass sie hier der Sache sehr schaden.
Das klingt nun erstmal nach Verschwörungstheorie, aber: „Hydroxychloroquine-treated patients were more severely ill at baseline than those who did not receive hydroxychloroquine“.
@MK: Gewagte Überschrift, wenn die Autoren schreiben „the study should not be taken to rule out either benefit or harm of hydroxychloroquine treatment“.
Weiterhin fehlt in dieser Studie das Zink. HCQ soll die leichtere Aufnahme von Zink ermöglichen.
Jede Antivirale Behandlung ist zwingend am Beginn der Infektion notwendig. Sobald diese Infektion weit genug fortgeschritten ist versagen alle Mittel.
Meines Erachtens hat man diese Studie bewußt so angelegt, das ein schlechtes Ergebnis dabei herauskommt.
Ich habe nun die Studien nicht gelesen, gebe aber zu bedenken:
Ich frage mich, ob das Patientenkollektiv – egal bei welcher Studie – vorab daraufhin untersucht wurde, ob ein Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel („Favismus“) vorliegt oder nicht. Malariamittel (wie HCQ), aber auch der Genuß von Bohnen u.a. führt bei solchen Personen zu hämolytischen Krisen und ist daher kontraindiziert.
Diese Erbkrankheit ist häufig bei Personen mit genetischer Herkunft aus Malariagebieten, also teilweise bei Asiaten, Afrikanern, auch Leuten aus Mittelmeer-Anrainer-Staaten und dies deckt sich zum Teil mit dem Einzugsgebiet der Studien.
Diese Menschen vertragen solche Medikamente wegen ihres gestörten Erythrozyten-Stoffwechsels nicht! Die Anwendung wäre ein Kunstfehler, ob wissentlich oder nicht.
Wenn nun in den Studien das nicht berücksichtigt wurde könnte es doch sein, daß eine signifikante Anzahl an Leuten ohne gestörten Erythrozyten-Stoffwechsel einen Vorteil durch HCQ gehabt hätten, diejenigen mit dem G-6-D-Mangel jedoch deshalb signifikant darunter gelitten hätten und vermehrt verstorben wären.
Unter Umständen hätten sich die Wirk-Effekte von HCQ dann statistisch herausgemittelt, was zu einer Ablehnung der Hypothese „HCQ hilft“ geführt hätte.
Man muß heutzutage wirklich vorsichtig sein, was alles in Studien erstellt wurde und auch, wie es mit der (finanziellen) Unabhängigkeit der Institutionen aussieht.
Sie wollen im Rahmen der Studie herausfinden, weshalb die meisten Menschen nicht oder nur leicht erkranken während es andere wiederum sehr schwer erwischt.
Peter Openshaw … verwandt mit Eugene Openshaw? Oh Dear.
Sorry, als alter xfiler konnte ich mir diesen Spaß nicht verkneifen. https://www.imdb.com/title/tt0751252/
Der heute Situationsbericht vom RKI liefert indirekt wieder einen Hinweis mit der wöchentlichen Übersicht der PCR-Test-Ergebnisse. Wie absehbar war, fällt die Rate der Positiv-Tests weiter: Von 9,0 % in KW 14 auf 3,9 % in KW 18 und nun 2,7 % in KW 19. Der Trend geht in Richtung 1,0 % oder weniger bis Ende Mai. Folglich dürfte der Vitamin-D-Spiegel eine entscheidende Rolle für Gesundheit oder Krankheit spielen.
Hohe Gaben von Vitamin D und Vitamin C sind offenbar ein wichtiger Erfolgsfaktor auch bei ernstem Verlauf von COVID-19.
Das klingt für mich ähnlich wie die Studie, die um ca. 1999 die Frage klären sollte, ob Antibiotika gegen Chlamydien die koronare Herzkrankheit bzw. Herzinfarkte verhindern können (erster Artikel hierzu im Spiegel, so um 1998). Die Überlebensrate nach sechs Wochen war nicht besser, also wirken Antibiotika nicht. Kein Wunder, das Design der Studie war gar nicht dafür ausgelegt, die Frage zu beantworten. Hat nur keiner bemerkt. Um festzustellen, ob Antibiotika einen Herzinfarkt verhindern können, hätte man Patienten mit Antikörpern gegen Chlamydien bzw. manifester Infektion in zwei Gruppen teilen, eine mit ausreichend hohen Dosen behandeln, vielleicht in regelmäßigen Abständen das Ganze wiederholen und anschließend über mindestens 20 Jahre beobachten müssen. Wurde nicht gemacht. Dass Antibiotika, die die Bildung von Plaques verhindern sollen, bei einem Infarkt mit manifesten Gefäßschäden durch Plaques um 20 – 30 Jahre zu spät kommen, sollte jedem einleuchten. Nur nicht den Ärzten… Dann wären die ganzen schönen teuren Herzzentren doch ganz umsonst gebaut worden.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: Man muss sofort beim Auftreten der ersten Symptome oder nachgewiesener Infektion mit der Therapie beginnen, um in einem möglichst frühen Stadium einen noch kleinen Schaden zu beseitigen bzw. verhindern zu können. Wenn die Patienten bereits kurz davor sind, intubiert zu werden, ist es zu spät. Auch darf man nicht die Dosierung beliebig hoch wählen, das gibt Herzschäden. Es gibt bei Chloroquin ein therapeutisches Fenster, in dem es wirkt und gut verträglich ist. Schließlich wurde es seit 1943 als Malariamittel eingesetzt und nur wegen Resistenzen der Erreger zum Schluss als weitgehend unwirksam eingestuft. Achtung, eine VT 🙂 : Sollte die Studie vielleicht belegen, dass Trump mal wieder im Unrecht ist? Schlussfolgerung: Wir lassen den Deckel auf dem Brunnen einfach weg, ihn draufzulegen hilft nicht, nachdem das Kind schon im Brunnen liegt. Finde den Fehler.
Es wäre nicht die erste Studie, die dadurch beweist, dass die Methode von Didier Raoult aus Marseille nicht funktioniert, dass sie eine andere, plumpere Methode testet. Gibt es schon eine Stellungnahme von Raoult?
Woher nehmt ihr die Sicherheit zu sagen „nutzt nichts“?
Studie mit Studie vergleichen ist doch nicht einfach: war es hier auch die Kombination von Azithromycin und Hydroxychloroquine? Andere haben schon berichtet das H. alleine nicht wirkt… War es eine vergleichbare Dosierung? Wurden verschiedene Dosierungen geprüft?Ab wann wurde das Medikament gegeben?
Wenn das alles nicht geklärt ist gibt‘s keine Vergleichbarkeit.
Azithromycin war Teil der Studies. Alle Informationen zur Dosierung, 600mg – 400mg stehen I’m verlinkten Text. Woher wir die Sicherheit nehmen – aus den Ergebnissen: es macht schlicht keinen Unterschied, ob Hydroxychloroquine verabreicht wurde oder nicht.
Ich kann keine hochgestochenen Beiträge zum Thema liefern, aber eine Episode unter dem Titel: „Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“.
Meine Frau musste auf Verschreibung eines Rheumaspezialisten ein Präparat auf der Basis von Hydroxychloroquine einnehmen. Der Arzt gab ihr aber die Auflage, im 14-tägigen Rhythmus einen Augenarzt aufzusuchen, da bei der Einnahme die Gefahr einer Netzhautveränderung am Auge und Verlust der Sehkraft groß wäre (neben einer langen Reihe anderer Nebenwirkungen).
Das meinte ich mit dem vorangstellten Titel.
Glücklicherweise erhärtete sich der Rheuma-Verdacht nicht und das Mittel wurde umgehend abgesetzt.
Ich habe auch Schwierigkeiten, mir einen antiviralen Wirkmechanismus von Hydroxychloroquin (im DE ohne „e“ hinten!) mit oder ohne Kombination mit einem Makrolid vorzustellen, aber generell will es mir scheinen, dass eine Testung bei Patienten, die bereits „auf invasiv“ sind, so ziemlich jeden Wirkstoff als nicht signifikant wirksam erscheinen ließe – an dem Punkt ist der Schaden bereits eingetreten, den antivirale Medikamente verhindern sollten. Da muss man schon etwas tiefer in die Subgruppenanalyse einsteigen. Angeschossenen Leuten kugelsichere Westen überzuziehen und festzustellen, dass sie nichts bringen, ist kein wirklich guter Ansatz.
In den Therapie-Guidelines von China, Südkorea etc. steht schon explizit, daß Hydroxichloroquin bei bestenfalls mittelschwerer Symptomatik eingesetzt werden soll. Bei schwerer Symptomatik wird die Anwendung nicht empfohlen. Wenn, dann sollte man es zeitig einsetzen, um einen „Sturm“ des Immunsystems zu vermeiden bzw. abzuschwächen.
Die Guidelines der US Food and Drug Administration, die Grundlage der Arbeit sind, sehen vor, Hydroxychloroquine zu verabreichen, wenn ein Verdacht auf Pneumonie vorliegt. Die bestrochene Studie umfasst also Patienten mit schwerer und mit mittel-schwerer Erkrankung an COVID-19.
Nein es gibt keine Therapie-Guidelines der FDA zu COVID-19. Ist auch nicht die Aufgabe der FDA. Die FDA hat eine Notfall-Zulassung für Hydroxychloroquine/Chloroquin verfügt. Sie wurden für Studien und hospitalisierte Patienten zugelassen. Es gibt lediglich eine Dosierungsempfehlung für diese Medis, sonst steht da nix zu Therapiemaßnahmen oder Behandlungsstufen etc.. In den FAQs zur Zulassung steht noch, die o.g. Medis „may possibly help very sick patients…“ und bei solchen wurden sie in der oben besprochenen Studie verwendet. In der Studie bezieht man sich irrtümlich auf „Guidelines“ (Quelle 5: http://www.thoracic.org/Covid/covid19-guidances.pdf). In der Quelle, auf die man sich bezieht, steht aber nichts von Guidelines (woher auch die Evidenz?) sondern dort steht COVID-19: Interim guidance! Guidance = Orientierungshilfe! nicht Guideline = Therapieleitlinie.
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Ohje.
Dieser Top-Forscher aus Marseille hatte gesagt, dass HCQ am Anfang der Infektion sehr wirksam sei. Wenn die Patienten bereits im Krankenhaus sind oder gar an der Beatmungsmaschine, bringt es nichts bzw. schadet sogar.
Seine Aussage, aus meinem Gedächtnis: Klinische Studien, die bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium ansetzen, die bereits im Krankenhaus sind, werden zeigen, dass HCQ nichts bringt. Das liegt aber am Untersuchungsdesign. Sinngemäß: Man designed die Studien so, dass gezeigt wird, dass HCQ nichts bringt, damit der Weg für Impfungen (Sanofi?) frei gemacht wird.
Er ist deswegen aus dem Beraterkreis um Macron ausgetreten, weil in F genau so die Studie angelegt wurde – man darf vermuten, gegen seinen nachdrücklichen Rat.
Es kann sein, dass sie hier der Sache sehr schaden.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-sanofi-stellt-impfstoff-wohl-us-buergern-zuerst-zur-verfuegung-a-18fde276-a04d-4541-ba35-2a1581441b52
Ohne Worte. Frankreich / BIG Pharma soll ein Geschäft machen.
Das klingt nun erstmal nach Verschwörungstheorie, aber: „Hydroxychloroquine-treated patients were more severely ill at baseline than those who did not receive hydroxychloroquine“.
@MK: Gewagte Überschrift, wenn die Autoren schreiben „the study should not be taken to rule out either benefit or harm of hydroxychloroquine treatment“.
Weiterhin fehlt in dieser Studie das Zink. HCQ soll die leichtere Aufnahme von Zink ermöglichen.
Jede Antivirale Behandlung ist zwingend am Beginn der Infektion notwendig. Sobald diese Infektion weit genug fortgeschritten ist versagen alle Mittel.
Meines Erachtens hat man diese Studie bewußt so angelegt, das ein schlechtes Ergebnis dabei herauskommt.
Ich habe nun die Studien nicht gelesen, gebe aber zu bedenken:
Ich frage mich, ob das Patientenkollektiv – egal bei welcher Studie – vorab daraufhin untersucht wurde, ob ein Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel („Favismus“) vorliegt oder nicht. Malariamittel (wie HCQ), aber auch der Genuß von Bohnen u.a. führt bei solchen Personen zu hämolytischen Krisen und ist daher kontraindiziert.
Diese Erbkrankheit ist häufig bei Personen mit genetischer Herkunft aus Malariagebieten, also teilweise bei Asiaten, Afrikanern, auch Leuten aus Mittelmeer-Anrainer-Staaten und dies deckt sich zum Teil mit dem Einzugsgebiet der Studien.
Diese Menschen vertragen solche Medikamente wegen ihres gestörten Erythrozyten-Stoffwechsels nicht! Die Anwendung wäre ein Kunstfehler, ob wissentlich oder nicht.
Wenn nun in den Studien das nicht berücksichtigt wurde könnte es doch sein, daß eine signifikante Anzahl an Leuten ohne gestörten Erythrozyten-Stoffwechsel einen Vorteil durch HCQ gehabt hätten, diejenigen mit dem G-6-D-Mangel jedoch deshalb signifikant darunter gelitten hätten und vermehrt verstorben wären.
Unter Umständen hätten sich die Wirk-Effekte von HCQ dann statistisch herausgemittelt, was zu einer Ablehnung der Hypothese „HCQ hilft“ geführt hätte.
Man muß heutzutage wirklich vorsichtig sein, was alles in Studien erstellt wurde und auch, wie es mit der (finanziellen) Unabhängigkeit der Institutionen aussieht.
Passend zu Ihren Ausführungen, Dr. Kenneth Baillie und Prof. Peter Openshaw beginnen mit einer Genetik-Studie an Patienten
https://www.ed.ac.uk/roslin/news-events/latest-news/gbp5m-covid-19-study-impact
Sie wollen im Rahmen der Studie herausfinden, weshalb die meisten Menschen nicht oder nur leicht erkranken während es andere wiederum sehr schwer erwischt.
Und der Brite hat die Wettsucht in den Genen, Kenneth Baillie sagte zu Reuters:
„Ich würde mein Haus darauf wetten, dass es eine sehr starke genetische Komponente für das individuelle Risiko gibt.“
Da wette ich mit!
Peter Openshaw … verwandt mit Eugene Openshaw? Oh Dear.
Sorry, als alter xfiler konnte ich mir diesen Spaß nicht verkneifen.
https://www.imdb.com/title/tt0751252/
hihi, der mit dem Nobelpreis in Genetik…Zufälle gibt’s
Der heute Situationsbericht vom RKI liefert indirekt wieder einen Hinweis mit der wöchentlichen Übersicht der PCR-Test-Ergebnisse. Wie absehbar war, fällt die Rate der Positiv-Tests weiter: Von 9,0 % in KW 14 auf 3,9 % in KW 18 und nun 2,7 % in KW 19. Der Trend geht in Richtung 1,0 % oder weniger bis Ende Mai. Folglich dürfte der Vitamin-D-Spiegel eine entscheidende Rolle für Gesundheit oder Krankheit spielen.
Hohe Gaben von Vitamin D und Vitamin C sind offenbar ein wichtiger Erfolgsfaktor auch bei ernstem Verlauf von COVID-19.
Das klingt für mich ähnlich wie die Studie, die um ca. 1999 die Frage klären sollte, ob Antibiotika gegen Chlamydien die koronare Herzkrankheit bzw. Herzinfarkte verhindern können (erster Artikel hierzu im Spiegel, so um 1998). Die Überlebensrate nach sechs Wochen war nicht besser, also wirken Antibiotika nicht. Kein Wunder, das Design der Studie war gar nicht dafür ausgelegt, die Frage zu beantworten. Hat nur keiner bemerkt. Um festzustellen, ob Antibiotika einen Herzinfarkt verhindern können, hätte man Patienten mit Antikörpern gegen Chlamydien bzw. manifester Infektion in zwei Gruppen teilen, eine mit ausreichend hohen Dosen behandeln, vielleicht in regelmäßigen Abständen das Ganze wiederholen und anschließend über mindestens 20 Jahre beobachten müssen. Wurde nicht gemacht. Dass Antibiotika, die die Bildung von Plaques verhindern sollen, bei einem Infarkt mit manifesten Gefäßschäden durch Plaques um 20 – 30 Jahre zu spät kommen, sollte jedem einleuchten. Nur nicht den Ärzten… Dann wären die ganzen schönen teuren Herzzentren doch ganz umsonst gebaut worden.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: Man muss sofort beim Auftreten der ersten Symptome oder nachgewiesener Infektion mit der Therapie beginnen, um in einem möglichst frühen Stadium einen noch kleinen Schaden zu beseitigen bzw. verhindern zu können. Wenn die Patienten bereits kurz davor sind, intubiert zu werden, ist es zu spät. Auch darf man nicht die Dosierung beliebig hoch wählen, das gibt Herzschäden. Es gibt bei Chloroquin ein therapeutisches Fenster, in dem es wirkt und gut verträglich ist. Schließlich wurde es seit 1943 als Malariamittel eingesetzt und nur wegen Resistenzen der Erreger zum Schluss als weitgehend unwirksam eingestuft. Achtung, eine VT 🙂 : Sollte die Studie vielleicht belegen, dass Trump mal wieder im Unrecht ist? Schlussfolgerung: Wir lassen den Deckel auf dem Brunnen einfach weg, ihn draufzulegen hilft nicht, nachdem das Kind schon im Brunnen liegt. Finde den Fehler.
Es wäre nicht die erste Studie, die dadurch beweist, dass die Methode von Didier Raoult aus Marseille nicht funktioniert, dass sie eine andere, plumpere Methode testet. Gibt es schon eine Stellungnahme von Raoult?
Das ist nicht der erste Deiner Kommentare, der viel insinuiert und wenig sagt.
Woher nehmt ihr die Sicherheit zu sagen „nutzt nichts“?
Studie mit Studie vergleichen ist doch nicht einfach: war es hier auch die Kombination von Azithromycin und Hydroxychloroquine? Andere haben schon berichtet das H. alleine nicht wirkt… War es eine vergleichbare Dosierung? Wurden verschiedene Dosierungen geprüft?Ab wann wurde das Medikament gegeben?
Wenn das alles nicht geklärt ist gibt‘s keine Vergleichbarkeit.
Azithromycin war Teil der Studies. Alle Informationen zur Dosierung, 600mg – 400mg stehen I’m verlinkten Text. Woher wir die Sicherheit nehmen – aus den Ergebnissen: es macht schlicht keinen Unterschied, ob Hydroxychloroquine verabreicht wurde oder nicht.
Ich kann keine hochgestochenen Beiträge zum Thema liefern, aber eine Episode unter dem Titel: „Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“.
Meine Frau musste auf Verschreibung eines Rheumaspezialisten ein Präparat auf der Basis von Hydroxychloroquine einnehmen. Der Arzt gab ihr aber die Auflage, im 14-tägigen Rhythmus einen Augenarzt aufzusuchen, da bei der Einnahme die Gefahr einer Netzhautveränderung am Auge und Verlust der Sehkraft groß wäre (neben einer langen Reihe anderer Nebenwirkungen).
Das meinte ich mit dem vorangstellten Titel.
Glücklicherweise erhärtete sich der Rheuma-Verdacht nicht und das Mittel wurde umgehend abgesetzt.
Ich habe auch Schwierigkeiten, mir einen antiviralen Wirkmechanismus von Hydroxychloroquin (im DE ohne „e“ hinten!) mit oder ohne Kombination mit einem Makrolid vorzustellen, aber generell will es mir scheinen, dass eine Testung bei Patienten, die bereits „auf invasiv“ sind, so ziemlich jeden Wirkstoff als nicht signifikant wirksam erscheinen ließe – an dem Punkt ist der Schaden bereits eingetreten, den antivirale Medikamente verhindern sollten. Da muss man schon etwas tiefer in die Subgruppenanalyse einsteigen. Angeschossenen Leuten kugelsichere Westen überzuziehen und festzustellen, dass sie nichts bringen, ist kein wirklich guter Ansatz.
In den Therapie-Guidelines von China, Südkorea etc. steht schon explizit, daß Hydroxichloroquin bei bestenfalls mittelschwerer Symptomatik eingesetzt werden soll. Bei schwerer Symptomatik wird die Anwendung nicht empfohlen. Wenn, dann sollte man es zeitig einsetzen, um einen „Sturm“ des Immunsystems zu vermeiden bzw. abzuschwächen.
Die Guidelines der US Food and Drug Administration, die Grundlage der Arbeit sind, sehen vor, Hydroxychloroquine zu verabreichen, wenn ein Verdacht auf Pneumonie vorliegt. Die bestrochene Studie umfasst also Patienten mit schwerer und mit mittel-schwerer Erkrankung an COVID-19.
Nein es gibt keine Therapie-Guidelines der FDA zu COVID-19. Ist auch nicht die Aufgabe der FDA. Die FDA hat eine Notfall-Zulassung für Hydroxychloroquine/Chloroquin verfügt. Sie wurden für Studien und hospitalisierte Patienten zugelassen. Es gibt lediglich eine Dosierungsempfehlung für diese Medis, sonst steht da nix zu Therapiemaßnahmen oder Behandlungsstufen etc.. In den FAQs zur Zulassung steht noch, die o.g. Medis „may possibly help very sick patients…“ und bei solchen wurden sie in der oben besprochenen Studie verwendet. In der Studie bezieht man sich irrtümlich auf „Guidelines“ (Quelle 5: http://www.thoracic.org/Covid/covid19-guidances.pdf). In der Quelle, auf die man sich bezieht, steht aber nichts von Guidelines (woher auch die Evidenz?) sondern dort steht COVID-19: Interim guidance! Guidance = Orientierungshilfe! nicht Guideline = Therapieleitlinie.
[…] Hydroxychloroquine nutzt nichts im Kampf gegen COVID-19 – 13. Mai […]
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