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Gefahr einer zweiten Infektion mit SARS-CoV-2 minimal und mit Blick auf die Folgen irrelevant

In den letzten Tagen gingen wieder Meldungen durch die MS-Medien, die die Zweit-Infektion (Re-Infektion) von von COVID-19 Genesenen zum Gegenstand hatten. Dieses Mal gaben drei Fälle, die in den Niederlanden und Belgien entdeckt wurden, Anlass zu Sorge. Das letzte Mal waren es zwei Fälle, die aus Hongkong berichtet wurden.

Während MS-Medien sich damit begnügen, anekdotische Belege zu präsentieren, von denen nicht einmal klar ist, ob es sich bei ihnen überhaupt um Re-Infektionen handelt, haben wir die Literatur zu SARS-CoV-2 gesichtet und tatsächlich eine Studie gefunden, in der das Risiko auf eine Zweit-Infektion nach vorheriger Genesung von COVID-19 untersucht wird – eine gute, sehr gute Studie zudem: „Assessment of the Risk of SARS-CoV-2 Reinfection in an Intense Re-exposing Setting.



Durchgeführt wurden die Analysen für diesen Beitrag – wie es in der letzten Zeit normal geworden ist – von einem ganzen Autoren-Rudel, das dieses Mal 16 Autoren umfasst. An erster Stelle der Autorennennung steht Laith J. Abu Raddad, ergo zitieren wir fortan Raddad et al. 2020.

Der Nachname des ersten Autoren verrät schon, dass die Studie in einem arabischen Land durchgeführt wurde, nämlich in Katar. Katar ist vermutlich der beste Platz, an dem man eine solche Studie durchführen kann, wie man schnell erkennen kann, wenn man sich die Daten für SARS-CoV-2 ansieht:

Quelle

Katar bietet somit ein hervorragendes Setting, um die Wahrscheinlichkeit zu untersuchen, sich ein zweites Mal mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Um dies zu untersuchen, greifen die Autoren auf die Daten von 133.266 positiven Labortests zurück, darunter 15.808 Tests die für dieselbe Person mindestens zweimal durchgeführt wurden. Wurde eine Person zweimal positiv auf SARS-CoV-2 getestet, dann wird der zweite positive Test als Indikator für eine zweite Infektion mit SARS-CoV-2 gewertet, wenn zwischen dem ersten und dem zweiten Test mindestens 45 Tage vergangen sind. Dieses Kriterium eliminiert 15.565 der 15.808 positiven Zweit-Tests. Für die verbleibenden 243 Personen, die im Abstand von mehr als 45 Tagen zweimal positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, wird dann angenommen, dass



Alle Fälle, die diese Kriterien nicht erfüllen, gelten den Autoren als solche, für die es kaum oder sehr wenig Belege gibt, dass es sich um eine Re-Infektion handelt.

Am Ende bleiben in diesem Auswahlverfahren 35 Fälle von Personen, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zweites Mal infiziert haben und 19 Fälle, bei denen mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass sie sich ein zweites Mal infiziert haben. Interessant ist nun, wie sich die zweite Infektion für die 54 Personen äußert.

Die Antwort:
So gut wie gar nicht.

Der Schluss aus diesen Ergebnissen ist leicht zu ziehen:

„Results indicate supportive (albeit not conclusive) evidence for presence of reinfections in the SARS-CoV-2 epidemic of Qatar, but the risk for documented reinfection was rare at only 4 reinfections per 10,000 infected persons. This finding is striking as the epidemic in Qatar has been intense with half of the population estimated to have been infected [6]. Considering the strength of the force of infection, estimated at a daily probability of infection exceeding 1% at the epidemic peak around May 20 [6], it is all but certain that a significant proportion of the population has been repeatedly exposed to the infection, but such re-exposures hardly led to any documentable reinfections.“

Trotz optimaler Bedingungen für SARS-CoV-2 zeigen die Daten aus Katar nur eine Re-Infektionsrate von 0,04% bei einer Inzidenz von 1.09 auf 10.000 Personen gerechnet und die Daten zeigen, dass eine Re-Infektion mit milden Symptomen einhergeht, wenn überhaupt, in den meisten Fällen einen asymptomatischen Verlauf nimmt.

Kurz: Das Risiko sich ein zweites Mal mit SARS-CoV-2 anzustecken, ist sehr, sehr gering.

Der milde bzw. asymptomatische Verlauf einer „Re-Infektion“ deutet darauf hin, dass das Immunsystem entweder mit SARS-CoV-2 leicht fertig wird oder SARS-CoV-2 den Verlauf genommen hat, den RNA-Viren zumeist nehmen, vom hochinfektiösen Virus, das mit erheblichen gesundheitlichen Folgen verbunden ist, zu einem mehr oder weniger „normalen“ Virus, vergleichbar den 229E (alpha coronavirus), NL63 (alpha coronavirus), OC43 (beta coronavirus) und HKU1 (beta coronavirus) Coronaviren, die allesamt mehr oder weniger Grippesymptome hervorrufen und von einer zumeist harmlos verlaufenden Erkältung begleitet sind, die sich – nichts destotrotz (aber selten) – zu einer Pneumonie entwickeln kann.



Seit Ende Januar besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben. Die folgenden Texte dokumentieren diese Tätigkeit in einer Weise, die uns, als privates Blog, das in keiner Weise mit der finanziellen Ausstattung öffentlich-rechtlicher Anstalten konkurrieren kann, stolz macht.

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Fakten zu SARS-CoV-2/COVID-19:




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