Schweigegelübde: Warum Wissenschaftler nicht über einen Labor-Ursprung von SARS-CoV-2 reden

Seit nunmehr neun Monaten berichten wir über die wissenschaftliche Forschung zu SARS-CoV-2. Wir waren mit die, wenn nicht die Ersten, die vor den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen, die mit einer 2019-nCov, wie SARS-CoV-2 damals noch hieß, Pandemie verbunden sind, gewarnt haben. Und wir gehören zu den ersten, die die These, dass SARS-CoV-2 nicht aus der Natur, sondern aus einem Labor stammt, vertreten haben. Unser Tipp: Das Wuhan Institute of Virology (WIV).

Wie immer, wenn man eine wissenschaftliche Hypothese vertritt, die nicht mit dem kompatibel ist, was in diesem Fall eine breite Schweigefront aus Wissenschaftlern und Polit-Darstellern durchsetzen will, fallen die Sturmtruppen der Faktenchecker über diejenigen her, die es wagen, eine Hypothese einzuführen, die mindestens so gut mit den Fakten vereinbar ist, wie die Behauptung, SARS-CoV-2 stamme von Fledermäusen.



Diese Behauptung basiert auf einer Gen-Sequenz, die das WIV im Jahren 2013 in einer Mine gefunden hat, die rund 1000 Kilometer von Wuhan entfernt ist. Sieben Jahre später sorgt dann ein Virus, das zu 96% identisch mit dem Virus aus der Mine (RaTG13) ist, dafür, dass in Wuhan, also rund 1000 Kilometer entfernt vom Entdeckungsort des „neuen“ Coronavirus RaTG13, eine Pandemie ihren Ausgang nimmt. Das riecht nicht nur, das stinkt.

Also verfolgen wir seit einigen Monaten die Entwicklung und haben sie in einer Reihe von Beiträgen zusammengetragen:

Die Liste ist mittlerweile recht stattlich und heute können wir sie um einen sehr guten Beitrag ergänzen, den Rowan Jacobsen im Boston Magazin veröffentlicht hat. In diesem Beitrag geht es im Wesentlichen um Alina Chan, deren Arbeit wir auch auf ScienceFiles besprochen haben und die gemeinsam mit Shing Hei Zhan, beide übrigens Kanadier, einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat, die Erzählung, SARS-CoV-2 sei von Fledermäusen ausgegangen, zu durchlöchern.

Chan und Zhan haben unter anderem gezeigt, dass

  • Im Gegensatz zu SARS-CoV, SARS-CoV-2 nicht wirklich mutiert. Es ist schon in einer sehr effizienten, auf menschliche Körper abgestimmten Weise, über uns gekommen. Normalerweise muss sich ein Virus, das von Tieren auf Menschen überspringt, erst an den menschlichen Körper anpassen, sich optimieren. SARS-CoV-2 war bereits optimiert. SARS-Cov, das 2003 seine Reise durch menschliche Körper angetreten hat, hat im Gegensatz zu SARS-CoV-2 in den ersten drei Monaten erhebliche und häufige Mutations-Sprünge unternommen und ist erst im Laufe seiner Verbreitung etwas mutationsträger geworden.
  • Die Infektion von Nerzen mit SARS-CoV-2 hat diese Hypothese zudem bestätigt, denn SARS-CoV-2 ist in nur wenigen Monaten, die es in Nerzen präsent war, massiv mutiert.
  • Konsequenz dieser Endeckung: (1) Entweder SARS-CoV-2 ist viel älter als gedacht oder (2) es wurde an menschliche Bedürfnisse angepasst.
  • Der Seafood Market in Wuhan, der als Ursprung des Virus verkauft werden sollte, ist definitiv nicht Ursprung von SARS-CoV-2. Alle Gensequenzen von SARS-CoV-2, die dort gesammelt wurden, zeigen ein Virus, das von Menschen übertragen wurde, nicht von Tieren. Auch dieses Ergebnis entstammt der Forschung von Chan und Zhan.
  • Auch Schuppentiere sind nicht für die Übertragung von SARS-CoV-2 verantwortlich. Diese Hypothese von kurzer Lebensdauer wurde von Chan und Zhan als falsch erwiesen. Beide haben herausgefunden, dass die Hypothese alle auf denselben Schuppentieren basiert, die von Schmugglern gehalten wurden. Zwischenzeitlich hat eine Studie unter Schuppentieren in freier Wildbahn bestätigt, was Chan und Zhan geschrieben haben, denn unter den mehreren Hundert Proben, die von Schuppentieren genommen wurden, befand sich nicht eine, in der SARS-CoV-2 nachgewiesen werden konnte.

Das alles legt den Schluss nahe, dass SARS-CoV-2 aus dem Wuhan Institute of Virology entwichen ist, in dem es zu welchem Zweck auch immer hergestellt wurde. Für diese These spricht zudem eine genetische Sequenz, die in SARS-CoV-2 vorhanden ist, eine Sequenz, die von Genetikern in der Vergangenheit genutzt wurde, um Gene in Coronaviren zu implementieren, ohne Spuren der Implementierung zu hinterlassen. Die Sequenz findet sich genau an der Stelle, an der man sie erwarten würde, wenn sie von einem Genetiker eingebaut worden wäre. Dass die entsprechende Sequenz auch auf natürlichem Weg entstehen kann, macht diese Aussagen zu einer „Feststellung“, wie Chan im Interview mit Jacobsen sagt. Aber im Gesamtkontext der Indizien, die es für die These des Laborursprungs gibt, ist diese Feststellung von erheblicher Bedeutung. Dies vor allem vor dem Hintergrund einiger Informationen, die Jacobsen, ein intimer Kenner der Virologie und ihrer Probleme, in seinen Beitrag einstreut:

  • Seit 2017 ist in virologischen Instituten die so genannte „gain-of-function“ research wieder erlaubt. Im Rahmen dieser Forschung verbessern Forscher die Fähigkeit eines Virus, menschliche Organismen zu befallen. Was passiert, wenn ein so verbessertes Virus aus einem der Labore entweicht, kann man sich leicht vorstellen.
  • Dass Viren aus Laboren entweichen, ist keine Hypothese, sondern eine Gewissheit. Sie entweichen selbst aus US-amerikanischen Laboren, die weltweit die höchsten Sicherheitsstandards einhalten, mit erschreckender Regelmäßigkeit. Mehr als zweimal pro Woche entkomme ein Virus oder ein Bakterium einem Labor, schreibt Jacobsen. Wie häufig es Viren oder Bakterien im Wuhan Institute of Virology gelingt, die Flucht anzutreten, kann man vor diesem Hintergrund nur ahnen, wobei die Tatsache, dass ausländische Wissenschaftler schon vor Jahren vor der geringen Sicherheit, die im Wuhan Institute of Virology gewährleistet sei, gewarnt haben, aus der Ahnung eine Befürchtung macht.
  • Vor diesem Hintergrund muss man die Tatsache, dass SARS-CoV-2 ein Abkömmling von RaTG13 ist, das 2013 in einer Mine, die rund 1000 Kilometer von Wuhan entfernt ist, gefunden wurde und seit 2013 im Wuhan Institute of Virology aufbewahrt wurde, noch einmal gewichten.


t-Shirt aus dem ScienceFiles-Shop

Warum dann, trauen sich so wenige Wissenschaftler, das Offensichtliche auszusprechen? Warum sind sie in einen Schweigepakt mit Politkern und deren medialen Kampftruppen getreten?, so fragt Jacobsen und gibt die Antwort in drei Punkten:

  • Viele Virologen befürchten, dass dann, wenn man der Öffentlichkeit reinen Wein über das, was in den entsprechenden Laboren vorgeht, einschenken würde, die Finanzierung von Forschung und die Forschung als solche schwieriger würde, wenn nicht in Teilen unterbunden würde. Kurz: Die Wissenschaftler haben Angst um ihren Arbeitsplatz.
  • Und sie haben Angst vor Beschränkungen ihrer Forschung, denen sie unterworfen werden könnten.
  • Und vor allem haben sie Angst vor dem Vertrauensverlust, der eintreten würde, wenn bekannt wäre, dass SARS-CoV-2 aus einem virologischen Institut entkommen ist.

Zu all diesen Punkten schreibt Jacobsen das Folgende, mit dem wir diesen Beitrag abschließen wollen:

„That’s a pretty good incentive to simply dismiss the whole hypothesis, but it quickly amounted to a global gaslighting of the media—and, by proxy, the public. An unhealthy absolutism set in: Either you insisted that any questions about lab involvement were absurd, or you were a tool of the Trump administration and its desperation to blame China for the virus. I was used to social media pundits ignoring inconvenient or politically toxic facts, but I’d never expected to see that from some of our best scientists.“

Wir sind schon seit Wochen der Überzeugung, dass das Wuhan Institute of Virology der Ort ist, von dem SARS-CoV-2 entkommen ist. Das haben wir schon mehrfach geschrieben, und es hat dazu geführt, dass die dpa-Faktenwichtel versucht haben, uns zu schaden (von anständigen Menschen würden wir eine Entschuldigung erwarten). Dank der Unterstützung durch unsere Leser können wir die entsprechenden Versuche derer, die Fakten unterdrücken und notwendige Diskussionen verunmöglichen wollen, locker sehen. Damit wir das auch in Zukunft können, benötigen wir jedoch die entsprechende, nicht nur finanzielle Unterstützung.

Abschließend wollen wir unsere Leser fragen, was Sie denken: Welchen Ursprungs ist SARS-CoV-2?

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Der sehr gute Beitrag von Rowan Jacobsen kann hier nachgelesen werden.



Seit Ende Januar besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben. Die folgenden Texte dokumentieren diese Tätigkeit in einer Weise, die uns, als privates Blog, das in keiner Weise mit der finanziellen Ausstattung öffentlich-rechtlicher Anstalten konkurrieren kann, stolz macht.

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19Comments

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  1. 1
    Ralf Pöhling

    Biologische Kriegsführung ist geächtet. Alles, was irgendwie damit zu tun hat, passiert deshalb außerhalb der Öffentlichkeit. Außerdem ist China mittlerweile der Hauptproduzent für Waren westlicher Unternehmen. Daran lässt sich so auf die Schnelle nichts ändern.
    Wenn wir nicht selbst ebenso an solchen Dingen forschen würden und China nicht ein enorm wichtiger Handelspartner wäre, wäre man im Umgang mit diesem Thema wohl etwas offener und ehrlicher.

  2. 2
    Dr. Gunther Kümel

    Kann sein, kann auch anders sein.
    Eindeutigkeit ist weiterhin nicht gegeben.
    Stimmt es übrigens, daß Fort Detrick geschlossen wurde? Wenn ja, was war der Anlaß?

  3. 4
    ingres

    Ich weiß nicht wo das Virus herkommt und habe dazu immer noch keine Meinung.
    Ich frage mich nur seit April was Drosten testet, wenn er den Test allgemein für asiatische Sars-Viren an in Datenbanken gespeicherten Sequenzen von entsprechenden Fledermaus-Viren aus Europa entwickelt hat. So weit ich weiß hat Drosten selbst das sogar so bestätigt.

    Ich dachte anfangs er hätte zumindest die Sequenzen (wenn auch nicht das Virus) aus Wuhan geschickt bekommen. Aber ich meine nicht mal das war der Fall. Aber ich überblick das nicht. Ich habe jetzt auch nicht mehr die Stellen parat aus denen ich mir das soweit erschlossen habe, auch wenn ich sie vielleicht wieder zusammen bekommen würde. Allerdings sind der Ausgangspunkt Leute die im Mainstream diffamiert werden. Aber das ist ja in allen Bereichen üblich.

  4. 5
    Kenan Meyer

    Wissenschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung vom 9.4.2020, sehr selbstgewiß: „Und was ist mit dem Gerücht, Sars-CoV-2 sei aus einem chinesischen Sicherheitslabor entwichen? Auch das ist inzwischen widerlegt. In der Fachzeitschrift «Nature Medicine» zeigten Forscher kürzlich anhand von genetischen Analysen, dass das Virus wahrscheinlich kein Laborkonstrukt ist und nicht mit Absicht genetisch modifiziert wurde“

    Wenn man dann die Schlußfolgerung in der Studie(Verlinkt in der NZZ) selbst liest, dann steht dort aber lediglich, daß die Forscher „glauben“ und außerdem daß sich die Wahrscheinlichkeit ihrer drei Hypothesen mit mehr Daten wieder ändern könnte.

    Meine Wertung des Artikels: nicht vertrauenswürdig. Heutzutage muß man offenbar alles selber nachprüfen.

  5. 6
    • 7
      Stefan Stulle

      Das ist schon länger als Datawarehouseproblem erkannt worden. Hochbegabte haben einer Nummer, welche für alle medizinischen Testkits verwendet wurden, einen neuen Dateinamen „Covid-19-Testkit“ gegeben. Das Ganze beim Zoll. Was dazu führte, dass alle in der Vergangenheit im- und exportierten Waren unter dieser Zollnummer zu „Covid-19-Testkits“ wurden.
      Den ganzen Vorgang finden sie bei Boris Reitschuster erklärt.

  6. 11
    Chinesische Überläuferin publiziert Studie, laut der SARS-Cov-2 in einem Labor optimiert worden war | PRAVDA TV – Lebe die Rebellion

    […] Sciencefiles kommentiert aktuell einen Beitrag von Rowan Jacobsen im Boston Magazin. In diesem Beitrag geht es im Wesentlichen um Alina Chang, die gemeinsam mit Shing Hei Zhan, beide übrigens Kanadier, einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat, die Erzählung, SARS-CoV-2 sei von Fledermäusen ausgegangen, zu durchlöchern. Chang und Zhan haben unter anderem gezeigt, dass […]

  7. 13
    ranagustavo

    Was ist mit der Lungenerkrankung in Amerika ca. September? Scheint mir zumindest sehr ähnliche Symptome aufgewiesen zu haben. Zumindest nach den Berichten, die ich seinerzeit darüber gelesen habe.

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